MCA Reisetour vom 14. August bis zum 18. August 2013

Als heute morgen in aller Herrgotts früh (3:30) die Motoren unserer Maschinen ansprangen, sahen wir zu, dass wir uns schleunigst aus dem Staub machten, denn schließlich wollten wir den Unmut unserer Nachbarn wegen Ruhestörung nicht auf uns ziehen. Unterwegs sammelten wir noch Dieter bei der Tankstelle in Görgeshausen ein und beeilten uns, damit wir pünktlich um 6 Uhr bei der Autobahnraststätte Weiskirchen bei Frankfurt eintrafen. Wir waren die Ersten und hatten bei der Tankstelle freie Auswahl. Nachdem wir unsere Spritfässer aufgefüllt hatten, trafen nach und nach auch die anderen Teilnehmer ein. Neben den üblichen Verdächtigen hatten wir dieses Mal auch drei Neue dabei. Michael stand das Unbehagen deutlich auf der Stirn geschrieben, denn er hatte die längste Strecke vor sich, die er jemals gefahren ist. Wir Anderen sprachen ihm aber Mut zu. Als professioneller Rollerfahrer wird er das auf jeden Fall packen.

Noch eine kurze Instruktion von Rudi und schon schwangen wir uns auf unsere Motorräder, schließlich galt es heute eine lange Anreise von rd. 700 km bis nach St. Jakob im Defereggental zu bewältigen. Damit wir zügig vorankamen, ging’s zunächst erst einmal auf der A3 weiter. An der Autobahnabfahrt Greding haben wir dann den ersten Tankstopp eingelegt. Gut, der Großteil von uns hätte auch direkt bis Sankt Jakob durchfahren können, denn so eine Adventure fasst nun mal 33 Liter. Aber es waren ja nicht nur Adventure-Fahrer unter uns und eine Pause mit einem guten Frühstück und leckerem Kaffee tat auch mal gut.

Wohl gestärkt ging es dann husch, husch wieder auf die Autobahn bis zur Abfahrt Holzkirchen. Von da an endlich artgerechtes Fahren. Keine Autobahn mehr, sondern landschaftlich schöne Strecken und endlose Kurven. Vorbei am Schliersee führte uns Rudi (nein, nicht das Rentier, sondern unser Tourguide) über Kufstein bis nach Kitzbühel. Jetzt waren wir alle in unserem Element. Schöne Landschaft, kurvenreiche Strecke und den ersten Pass (Thurn, 1.274 m) vor uns, so kann’s weiter gehen. Nachdem wir diesen gemeistert hatten, fuhren wir weiter über die Felberntauern Panoramastraße zum Felberntauerntunnel, der erst vor kurzem nach einem Erdrutsch teilweise wieder geöffnete hatte. Allerdings war nur ein Teil der alten Wegstrecke befahrbar, da immer noch Teile der alten Bergroute verschüttet waren.

Die Panoramastraße bot uns immer wieder einige schöne kurvenreiche Strecken (so langsam waren die Reifen wieder rund) und ehe wir uns versahen, waren wir ruck  zuck beim Jagawirt in St. Jakob im Defereggental angekommen. Dort wurden wir bereits herzlichst von unserer Gastwirtin Margit empfangen. Nachdem wir unsere Maschinen entladen hatten, bezogen diese ihre Unterkunft in der Garage, wo sie dort trocken und verschlossen auf ihren nächsten Ausflug warteten.

Wir selbst bezogen unsere Zimmer und ließen anschließend den Abend bei einem kühlen Bier (können auch mehrere gewesen sein) und einem hervorragenden Essen (es gab Wildschweingulasch) ausklingen. Selbst Michael, der anfangs wegen der langen Anfahrt Sorgenfalten auf der Stirn hatte, war erstaunt, wie gut er diese gemeistert hatte. Ein Grund mehr zu versuchen, Dieter davon zu überzeugen, dass er mit einer GS besser dran wäre, als mit seiner GT.

2. Tag

Irgendwie hatte es sich bei den letzten Touren so eingespielt, dass ein Teil der Mannschaft traditionell morgens vor dem Frühstück einem in der Nähe gelegenen Pass einen Besuch abstattete. Schuld war diese Mal der Staller Sattel. So kam es, dass Thomas, Erik, Roland und Jochen früh morgens das Hotelzimmer verließen und getreu dem Motto „Jungs, der Berg ruft“ bis zum Frühstück nicht mehr zu sehen waren.

Apropos Frühstück: wie immer hatte Margit für uns ein hervorragendes Frühstück gezaubert, sodass wir gut gestärkt unsere Weiterreise über den Großglockner nach Sölden in der Steiermark antreten konnten.

Von St. Jakob düsten wir zunächst nach Lienz, über den Iselsbergpass (1208) nach Heiligenblut. Kaum hatten wir die Gebühr an der Mautstation bezahlt war auch der größte Teil unserer Mannschaft auf einmal nicht mehr zu sehen. Doch nicht zu Unrecht fungierte Thommy als Lumpensammler und ehe sich die Meute versah, hatte er sie ratzfatz eingeholt und innerhalb weniger Sekunden sogar überholt (einer Adventure fährt man halt nicht einfach davon), da er oben kurz vor der Kaiser-Franz-Josef Höhe noch unsere Anfahrt filmen wollte. Nachdem wir die Kaiser-Franz-Josef-Höhe erreicht hatten, konnten wir nur mit Mühe noch einen Parkplatz ergattern.  Keiner von uns hatte an den Feiertag gedacht. Aber es ging ja nochmals alles gut.

Die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ist ein Teil der Großglockner-Hochalpenstraße. Der Endpunkt einer Stichstraße und Aussichtspunkt befindet sich in Österreich in der Glocknergruppe auf Kärntner Gebiet in einer Höhe von 2369 m ü. A. Die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ist nur über die mautpflichtige Großglockner-Hochalpenstraße sowohl von Salzburg als auch von Kärnten erreichbar. Dieser Aussichtspunkt in den Hohen Tauern ist nach dem Besuch des Kaiserpaares Franz Joseph I. und Elisabeth, Sisi, im Jahr 1856 benannt. Im Zuge des Baues der Großglockner-Hochalpenstraße wurde bis 1932 auch eine Stichstraße erstellt, und die Straße noch um den nächsten Riedel herum direkt an die Pasterze geführt. Dort wurde die eigentliche Franz-Josefs-Höhe erbaut. Von der Aussichtsterrasse ist der längste Gletscher der Ostalpen, die Pasterze zu sehen und auf der gegenüberliegenden Talseite der Großglockner, die nordwestlich anschließende Glocknerwand und am Talende der Johannisberg.

Nachdem wir ausgiebig den Murmeltieren beim Fressen und Spielen zugeguckt hatten (und nicht nur denen), mahnte Rudi zur Weiterfahrt. Über das Hochtor (2504 m) fuhren wir auf der Großglockner Hochalpenstraße an der Edelweißspitze vorbei. Schade, dass so viele Besucher die Zufahrt zu dieser versperrten, sonst hätten wir ihr auch noch einen Besuch abgestattet, denn die Aussicht von dort oben ist einfach bombastisch. Bei Bruck bogen wir auf die B 311  in Richtung St. Johann i. Pongau ab, bis wir kurze Zeit später den Radstädeter Tauernpass (1739) mit seinen vielen Kurven erreichten. Dort gönnten wir unseren Maschinen mal wieder freien Auslauf – Motorradfahren kann ja sooooooo schön sein.

Anschließend düsten wir weiter bis nach Tamsweg und schon kurze Zeit später fanden wir uns vor dem Gasthof Hirschenwirt in Schöders wieder. In der angrenzenden Scheune konnten wir unsere Maschinen trocken unterstellen. Nach dem leckeren Abendessen hatte Rudi dann noch eine schöne Überraschung für uns bereit. Es hieß: ab in die „Katakomben“ zur Weinprobe, wo wir fast versackt wären. Aber auch nur fast, denn morgen früh hieß es zeitig wegfahren, da sich unsere nächste Unterkunft im Bayerischen Wald befand. Leider ging auch dieser Tag mal wieder viel zu schnell zu Ende.

3. Tag

Wie konnte man es auch anders erwarten: vor dem Frühstück erwachten bereits die ersten Motoren und ein Teil von uns stattete dem Sölkpass (1788) am frühen Morgen einen Besuch ab, wo bereits eine Horde Kühe auf sie wartete. Schließlich wollten sie ihre stählernen „Verwandten“ mal genauestens unter die Lupe nehmen. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht fanden sich anschließend die Ausreißer pünktlich zum Frühstück wieder ein.

Heute stand erneut eine anstrengende Tour auf dem Programm, denn von Schöder hieß es zurück in Richtung Bayerischer Wald zum Zwieseler Waldhaus. Gott sei Dank fuhr Rudi über den Sölkpass, sodass auch wir „Langschläfer“ in den Genuss kamen, am frühen Morgen einen Pass zu erklimmen. Und siehe da, die Kuhherde war immer noch da und hatte die Straße mit ihren Hinterlassenschaften gespickt.  Ein besseres Training für Ausweichmanöver kann man sich nicht vorstellen – schließlich will man ja dem Hinterherfahrenden nicht die Aussicht nehmen.

Die Tour führte uns weiter über die Schladminger Tauern bis nach Grödming, wo wir anschließend auf die B 320 Richtung Liezen abbogen. Vorbei am Nationalparkt Kalkalpen erreichten wir einige Zeit später Linz. Anschließend ging es vorbei an Waldkirchen bis nach Grafenau. Von dort war es dann nicht mehr weit bis zum Nationalpark Bayerischer Wald und bis zu unserem Gasthaus, das Zwieseler Waldhaus. Dort angekommen wurde zunächst erst einmal der Biergarten aufgesucht, um angesichts der warmen Temperaturen den Durst mit einem schönen, kühlen Bier zu stillen. Die „Moppeds“ wurden einfach vor dem Gasthof abgestellt – sah echt klasse aus und verursachte den einen oder anderen Menschenauflauf. Auch dieser Tag ging nach einem leckeren Abendessen mal wieder viel zu schnell zu Ende. Aber was soll’s, der nächste Tag mit einer neuen Tour, stand bereits vor der Tür und so fielen wir alle erwartungsvoll in einen tiefen Schlaf.

4. Tag

Wie, kein Pass in Sicht? Na dann direkt ab zum Frühstück. Heute stand eine Rundtour durch Tschechien auf dem Programm. Bei unserer letzten MCA Reisetour im Juni hatten wir Tschechien ja nur kurz gestreift und kamen gerade bis Zelezna Ruda. Wir waren daher gespannt, was uns heute noch so alles erwarten würde.

Zunächst einmal folgten wir der Straße bis nach Ludwigsthal und weiter geradeaus bis nach Bayerisch Eisenstein, wo wir die Tschechische Grenze überquerten. Von dort aus ging es weiter über kleine, verwinkelte kleine Straßen zunächst nach Hartmanice bis nach Dlouha Ves, dann runter nach Rejstejn , anschließen mitten durch den Nationalpark Sumava bis nach Modrava.  Es folgten die Orte  wie Borova Lada, Horni Vitavice, Volary, Zelnava bis wir endlich eine kleine Rast in Nova Pec am Moldauer Stausee einlegten. Dort wurden wir Zeuge eines ungewöhnlichen Fährmanövers. Am Ufer lag eine kleine Fähre, die gerade im Begriff war, einen mit Heuballen voll beladenen Lkw mit Anhänger aufzunehmen. Wir dachten noch, da passt der nie drauf.  Aber ehe wir uns versahen, befand sich der LKW bereits mit seinem Führerhaus auf der Fähre. Allerdings hingen die Hinterräder über dem Wasser und der Hänger befand sich immer noch auf dem Kai. Als die Fähre dann ein Stück nach vorne zog, hielten wir die Luft an und sahen den Lkw nebst Hänger schon gedanklich im See verschwinden. Der Motor heulte auf, die Fähre senkte sich leicht nach unten und mit einem Ruck war dann doch der Lkw samt Hänger auf der Fähre. Die Fähre sackte dabei bestimmt einen halben Meter nach unten. Mit lautem Getöse dampfte die Fähre anschließend dem gegenüber liegenden Ufer entgegen. Wir sahen sie danach nie wieder, das kann aber auch daran liegen, dass wir unsere Tour fortsetzten. Den gesamten Vorgang könnt ihr auch noch anhand der Bilder nachverfolgen. Und schon hieß es wieder „aufsitzen“. Die Räder rollten weiter, vorbei an Orten, deren Namen man nicht aussprechen konnte, bis nach Cesky Krumlov (Krummau). Dort wollten wir der historischen Stadt einen Besuch abstatten. Da diese aber nur zu Fuß erreichbar war, mussten wir erst einmal einen bewachten Parkplatz suchen – gar nicht so einfach. Aber letztendlich fanden wir doch noch einen, wo ein Parkplatzwächter gegen ein paar Euro extra gerne die Aufsicht über unsere Motorräder übernahm.

Seit Jahrhunderten gilt das kleine Städtchen an der Moldau als “Perle des Böhmerwaldes” – und das nicht nur wegen der einzigartigen Lage in einer Moldau (Vltava)-Schleife. Die UNESCO 1992 bezeichnete die gesamte Innenstadt als Weltkulturerbe: Das Ensemble von 300 historischen Häusern mit dem Schloss- und Burgkomplex beeindruckt jeden Besucher auf Anhieb. In Cesky Krumlov / Krummau ist nur das eine oder andere Haus aus Gotik und Renaissance gut erhalten: Die komplette Innenstadt steht unter Denkmalschutz. Die verwinkelten Gässchen, die hölzernen Balkone, die weiß oder farbig getünchten Häuser lassen in der warmen Jahreszeit mediterranes Flair aufkommen. Die Straßencafés und Biergärten hauchen dem Städtchen jeden Tag aufs Neue pulsierendes Leben ein – und wenige Meter weiter sorgen Moldau und Wälder für Ruhe und Beschaulichkeit.

Ein Besuch lohnt auf jeden Fall. Die Tschechen sprechen vom “Venedig an der Moldau”. Aber seht selbst anhand der Bilder und des Videos, was das schöne Städtchen zu bieten hat. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß dabei.

Noch beeindruckt von den vielen Sehenswürdigkeiten schwangen wir uns auf unsere Motorräder und folgten der L 160, immer an der Moldau entlang, auf der Suche nach einer kleinen Gaststätte, wo wir unseren Hunger stillen konnten. Nachdem wir eine solche gefunden und uns reichlich gestärkt hatten, ging es auch schon wieder zurück Richtung Zwieseler Waldhaus. Tschechien bot uns dabei noch eine ganze Menge kurvenreicher Strecken, die es zu bewältigen galt. Zu später Stund trafen wir dann pünktlich zum Abendessen wieder im Zwieseler Waldhotel ein. Unser Eindruck von der heutigen Tour: Schön war’s und sehr sehr warm. Darum hatten wir uns jetzt erst recht was Kühles verdient.

5. und letzter Tag

Heute hieß es wieder Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Anfangs führte unser Rückweg noch über landschaftliche schöne Strecken, bis wir vom Regen (der erste auf unserer Tour) überrascht wurden und Unterschlupf in einer Gaststätte suchten. Dort blieben wir, bis sich das Wetter ein wenig beruhigt hatte und nutzten die Gunst der Stunde für einen kleinen Imbiss. Anschließend setzten wir unsere Heimreise über die Autobahn fort bis wir gegen Spätnachmittag die Autobahngaststätte bei Frankfurt erreichten. Noch ein letztes Gruppenfoto und schon ging wieder jeder seinen Weg.

Fazit: Es war mal wieder eine tolle Tour mit vielen Erlebnissen, wundervollen Eindrücken, wunderschönen Landschaften und einer tollen Gruppe. Unserer besonderer Dank gilt natürlich auch unserem Tourguide Rudi, der mal wieder alles richtig gemacht hatte.

Kategorien: Allgemein

3 Kommentare

Tina · 12. Januar 2014 um 15:12

Sehr schöne Aufnahmen und ein schöner Bericht.
Kann es sein das einpaar Bilder doppelt sind???

LG Tina

    admin · 13. Januar 2014 um 16:27

    Hallo liebe Tina,

    vielen Dank für Deinen Eintrag und den Hinweis auf die doppelten Bilder. Ich habe das Problem gleich behoben. Viel Spaß noch auf unserer Seite.
    Liebe Grüße
    Thomas

Frank Mihm · 27. Januar 2014 um 12:09

Hallo Thomas!
Super Film von der letzten Tour 2013!
Freue mich auf die Touren 2014!
Habe mich für beide bereits beim MCA angemeldet und werde mit der neuen GS mitfahren!
Gruß
Frank

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