MCA-Alpentour vom 21. bis 25. Mai 2014

  1. Tag

Ihr kennt doch alle sicherlich die Sprüche: „ Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“ und „der frühe Vogel kann mich mal“ – so ähnlich fühlten wir uns, als um kurz nach 3 Uhr in der Früh der Wecker klingelte.

Am liebsten hätten wir das lästige Teil direkt aus dem Fenster geworfen, doch bevor wir unser Vorhaben in die Tat umsetzen konnten, fiel uns ein, dass heute unsere erste größere Fahrt mit unserem BMW-Händler anstand. Es soll für fünf Tage nach Bozen, genauer gesagt zu Mario ins Hotel Steinmannwald in Leifers gehen. Unsere Boxer hatten wir schon den Abend zuvor fix und fertig gepackt. Sie warteten bereits ungeduldig darauf, dass es endlich losgeht. Also nix wie raus aus den Federn und zusehen, dass wir endlich weg kommen.

Treffpunkt war wie immer die Autobahnraststätte in Weiskirchen bei Frankfurt. Zuvor sammelten wir jedoch noch Markus, Dieter und Roger an der Shell Tankstelle in Görgeshausen ein. Pünktlich um 6 Uhr kamen wir dann an unserem vereinbarten Treffpunkt an, wo uns schon unser Tourguide Rudi und der Rest der Truppe sehnsüchtig erwarteten. Absprachegemäß wurden alle Maschinen nochmals vollgetankt (auch die „Dicken“) und nach einem kurzem Briefing durch unseren Tourguide ging es dann zunächst zügig über die A3 bis zum Kreuz Biebelried, danach weiter über die A7 Richtung Crailsheim bis wir in Ohrenbach unsere erste Frühstückspause einlegten.

Bis hierin verlief die Anreise ohne größere Zwischenfälle und auch das Wetter war uns mehr als wohl gesonnen. Für den heutigen Tag sollten wir lt. Wettervorhersage mit Temperaturen von rd. 30 Grad rechnen. Traumhaft. Besser konnte es gar nicht kommen.

Gut gestärkt fuhren wir wieder auf die Autobahn auf und folgten dieser noch Stück bis nach Kempten, Füssen. Dort durften wir sie endlich wieder verlassen und begaben uns in Richtung des Fernpasses. Doch leider war an diesem Tag der Fernpass wegen einer Veranstaltung gesperrt, sodass Rudi umdisponieren musste und wir über Garmisch-Partenkirchen unsere Weiterfahrt nach Bozen antraten. War aber auch nicht schlimm, denn die Gegend hier unten lädt einfach nur zum cruisen ein. Teilweise reihte sich eine kurvenreiche Strecke an die nächste an.

Gegen Mittag legten wir dann, kurz vor der alten Brennerstrasse unseren nächsten Boxenstopp ein. Die Portionen, die man uns hier vorsetzte, waren so gigantisch, dass bereits der ein oder andere befürchtete, nicht mehr auf’s Motorrad zu kommen. Doch es half alles nichts, die Tour musste auch mit vollen Mägen weitergehen auch wenn manch einer jetzt am liebsten ein Mittagsschläfchen gehalten hätte.

Da wir gut in der Zeit lagen, brauchten wir weder Bundesstraße noch „Autobahns“ in Anspruch zu nehmen. Über die alte Brennerstrasse zog es uns weiter in Richtung Süden. Dabei stand auch die Überwindung unseres ersten Passes an – das Penser Joch (2215 m). Eben noch mit der Mittagshitze gerungen, empfing uns dieser mit einem Temperaturunterschied nach unten von rd. 20 Grad und rechts und links der Straße türmten sich riesige Schneeberge auf. Logisch, dass hier unser erstes Gruppenbild entstand, sonst hätte uns das ja doch keiner geglaubt. Über eine nicht enden wollende Serpentinenstrecke ging es quer durch die Sarntaler Alpen runter bis nach Bozen. Rudi ließ es sich dabei nicht nehmen, uns während der Rushhour mitten durch die Stadt zu führen – wir sollten schließlich was für unser Geld geboten kriegen und Land und Leute kennen lernen.

Umso verständlicher war es, dass wir, kaum bei unserem Basishotel angekommen, die Moppeds in der hauseigenen und extra gesicherten Garage unterstellten und erst einmal den von unserem Hauswirt Mario kühl gestellten „Ankommens“-Aperitif genossen. Danach musste noch das ein oder andere kalte Getränk herhalten, bevor wir unser Gepäck schnappten und unsere Zimmer bezogen, um uns anschließend zum gemeinsamen Abendtreffen wieder einzufinden.

  1. Tag

Normalerweise hatte es sich die letzten Jahre bei unseren Touren so eingebürgert, dass ein Teil der Mannschaft einem in der Nähe gelegenen Pass noch vor dem Frühstück einen Besuch abstattete. Leider lag der nächste Pass (Mendelpass) zu weit von unserem Basislager weg, sodass wir dieses Mal darauf verzichten mussten.

Eigentlich hatte Rudi für heute schon eine Tour vorgeplant. Aber angesichts der anstrengenden gestrigen Fahrt, disponierte er um. Anhand seiner Karte zeigte er unserem Lumpensammler und Kameramann Thomas den neuen Tourenverlauf. Da Thomas sein Laptop dabei hatte, gab er die Daten kurzerhand in Base Camp ein und überspielte diese anschließend auf sein Garmin. Und schon hieß es: bereit zur Abfahrt – auf zur Marmeladenrunde (richtig: Marmolada Ronda).

Von Leifers aus ging es zunächst über die L 508 bis nach Montagna. Danach bogen wir links auf die L 48 bis nach Cavalese ab. Noch ein Stück auf der L 48 entlang führte uns Rudi bei Predazzo über die L 50 unserem ersten Pass – dem Pso.di Rolle (1984 m) entgegen. Kaum hatten wir diesen überwunden, stand mit dem Pso.di Ceraeda (1369 m) schon der nächste Pass an. Bald darauf erreichten wir Agordo. In Agordo verließen wir die L 347 und wählten über den Pso. di Pellegrino (1918 m) den Weg nach Moena. Selbstverständlich haben wir immer wieder zwischendurch kleine Pausen eingelegt, sei es, um eine Kleinigkeit zu essen oder zu trinken oder Bilder zu machen.

Von Moena ging es kurvenreich weiter über den Karerpass (1745 m) bis nach Welschhofen zum Hotel Mondschein, wo wir für den heutigen Tag zum letzten Mal eine Kaffeepause einlegten und dabei die Motorräder der anderen Besucher in Augenschein nahmen. Klar, dass großes Interesse bestand, als auf einmal jemand mit der neuen KTM 1290 heranrollte. Schwups waren ein paar Jungs aus unserer Gruppe aufgesprungen, begutachteten die KTM von allen Seiten und überlegten sich, ob einer von ihnen den Besitzer auf eine Probefahrt ansprechen sollte. Hat sich dann aber doch keiner getraut.

Also setzte man sich unverrichteter Dinge wieder auf’s Mopped und düste über den Pso. di Lavaze (1808 m) zurück zu unserem Basishotel. Dort erwartete uns wieder ein großartiges, viergängiges Abendessen. Einige probierten auch statt des Menüs Marios Spezialpizzas und wunderten sich über deren Dimensionen. Kein Wunder also, dass sie anschließend pappe satt waren. In fröhlicher Runde ließen wir den heutigen Tag ausklingen und waren gespannt, was uns morgen erwarten würde.

  1. Tag

Für die heutige Tour gibt es eigentlich keinen speziellen Namen. Auf jeden Fall war die Sellarunde mit von der Partie. Allerdings hatte es die Nacht geregnet und am Himmel zogen weitere Wolken auf, insbesondere aus der Richtung, in die wir wollten. Aber Ihr kennt ja den Spruch: es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung. Also auf geht’s, die Berge rufen.

Von unserem Basishotel rollten die Räder erst einmal Richtung Bozen und danach parallel an der Autobahn der A22 vorbei bis nach Prato all‘ Isarco, auch Blumau genannt. Dort mussten wir leider einen kleinen Umweg wegen Bauarbeiten in Kauf nehmen und hatte alles, was sich ein Bikerherz nur wünschen konnte: kurze Schotterpiste (bergauf) und enge Spitzkehren. Einigen stand dabei der Angstschweiß auf der Stirn – aber jeder hat den kurzen Offroadtrip problemlos überstanden.

Mit Blick auf die Berge zog es uns immer weiter auf der L12, vorbei an Kastelruth (ich glaube, da kommen die berühmten Kastelruther Spatzen her) bis nach Klausen (Chiusa). Dort bogen wir rechts in Richtung Villnöß (Funes) ab und über das Würzjoch (2006 m) fuhren wir weiter bis nach St. Martin in Thurn. Von dort aus düsten wir auf einer kleinen aber kurvenreichen Strecke bis nach Stern (la villa) und schon stand die Sellarunde auf dem Programm. Erst galt es das Grödner Joch (2121 m) und danach das Sellajoch (2244 m) zu bezwingen, bis wir allesamt mit einem breiten Grinsen im Gesicht in Canazei eintrafen.

Nach einer kurzen Rast traten wir die Rückreise zu unserem Basishotel an. Leider hatte uns zwischenzeitlich auch der Regen eingeholt, sodass wir bei Überquerung des Karerpasses nicht viel vom Karersee zu sehen bekamen. Kaum waren wir im Hotel angekommen, war der Regenspuk auch schon wieder zu Ende und wir konnten in aller Ruhe noch das ein oder andere Glas Bier auf Marios Terrasse trinken.

Zudem waren wir alle auf das heutige Essen gespannt. Ursprünglich hatte unser Hauswirt Mario für heute Abend einen Grillabend mit Lifeband geplant. Da aber der Sänger gesundheitlich ausfiel und auch das Wetter morgens nichts Gutes verhieß, hat er uns anstatt dessen eine Grillplatte versprochen. Wir waren alle gespannt wie ein Flitzebogen. Also schnell raus aus den Motorradklamotten, ab unter die Dusche und dann nichts wie runter ins Restaurant. Was dann von Mario aufgetischt wurde, war der absolute Hit: mehrere Platten mit verschiedenem gegrillten Fleisch (Kotelett, Rind, Schwein, Hähnchen, Bratwurst), mit gegrilltem Gemüse, Pommes, Bratkartoffeln und drei verschiedene Grillsaucen (alle selbstgemacht). Aber urteilt anhand der Bilder selber, wie großartig das Ganze war. Aber nicht nur das, sondern auch das anschließende Dessert (ein ganzes Blech Tiramisu nur für uns sowie Apfelstrudel und Creme Brulee) war ein Gedicht. Kein Wunder, dass wir uns abends ins Bett kugeln konnten.

 4. Tag

Heute hieß es Abschied nehmen von unserem Hotel und dem wunderschönen Südtirol. Rudi beschloss, damit wir relativ zügig vorwärts kommen, den ersten Teil unserer Rücktour über die Brennerautobahn zu absolvieren. Als wir die Zahlstation erreicht hatten, sahen wir zu, dass uns bloß keiner verloren ging. Kurzer Zeit danach verließen wir die Autobahn wieder. Ziel war das Hotel Rose in Oy-Mittelberg. Rudi hatte dieses Hotel zur Zwischenübernachtung ausgesucht, damit wir Sonntags nicht mehr eine so lange Rückreise nach Hause hatten, zumal einige von uns bereits montags wieder arbeiten mussten.

Teils über Landstraßen, teils über Bundesstraßen führte uns Rudi durch das Sellraintal nach Landeck und von dort bei St. Anton über den Arlbergpass zum Flexenpass. Man merkte, dass die Wintersaison beendet war, denn die auf den Höhen befindlichen Ortschaften wirkten wie Geisterstädte, nur ab und zu war ein Imbiss offen, an denen man eine Kleinigkeit zu sich nehmen konnte. Was wir kurz vor Warth auch bei strahlendem Sonnenschein taten. So gestärkt ging es weiter bis nach Sonthofen und von dort nach Oy-Mittelberg. Zwischendurch genossen wir immer wieder kleinere kurvenreiche Passagen durch die teilweise malerisch schöne Gegend. Kurz vor unserem Ziel durften wir dann noch den Oberjochpass (1178 m) bezwingen. Im Hotel angekommen machten wir es uns erst einmal im Biergarten gemütlich und ließen die letzten Tage nochmals Revue passieren. Schön war’s. Nach einem reichhaltigen Viergänge-Menü fielen wir alle todmüde ins Bett.

  1. Tag

Noch ein letztes Frühstück und dann war auch der letzte Tag unserer MCA-Alpentour angebrochen. Von Oy-Mittelberg ging es noch einen Teil über landschaftlich schöne Strecken zunächst vom Allgäu über die Hohenlohnen (liegt zwischen dem Frankenland und der Schwäbischen Alb) und anschließend über die Schwäbische Alb. Auch hier gibt es – trotz fehlender großer Berge – Kurven on Maß und vom Feinsten. Die Schwäbische Alb wird nicht auch umsonst die schwäbische Toskana genannt. Immer weiter führte uns Rudi Richtung Heimat. In Miltenberg am Main machten wir an einem Bikertreff zum letzten Mal Rast. Ab hier war dann die Tour zu Ende und jeder konnte seinen Heimweg frei wählen. Die meisten von uns wollten zügig nach Hause und wählten daher die Rückfahrt über die Autobahn. Thomas und ich zogen es jedoch vor, den Heimweg über den Odenwald anzutreten und das war eine gute Entscheidung. Auch der Odenwald bietet Motorradfahrern Kurven satt. Insbesondere die Strecken der Hutzwiese und Zotzenbach lassen jedes Bikerherz höher schlagen. Irgendwann zu später Stunde kamen wir wohl behalten daheim an.

So, das war es von unserer Seite aus wieder. Wir hoffen, dass Euch unser Video, der Bericht und die Bilder gefallen haben. Die nächste Tour mit unserem BMW-Händler findet im September statt. Dann werden wir Slowenien unsicher machen und anschließend werden wir zwei noch ne Woche dran hängen und wieder zu Mario ins Hotel Steinmannwald (Via Brennero 51) fahren.

Solltet Ihr also gerne an den Gardasee oder in die Dolomiten verreisen, so können wir Euch dieses Hotel nur wärmstens empfehlen, denn als Tourenfahrerhotel hat es sich speziell auf die Bedürfnisse von Motorradfahrern eingestellt und aufgrund seiner zentralen Lage kommt man mit den Moppeds schnell überall hin.

Kategorien: Südtirol

2 Kommentare

UlricH Hebgen · 9. Februar 2016 um 13:42

Hallo, ein schöner Bericht, super geschrieben. Vielleicht noch die Routen richtig stellen, dann ist der Bericht 1 mit *. Die Marmolada ist über den Fedaia Pass zu erreichen, also nördlich von eurer Tour. Bei der beschriebenen Tour kommt man nicht an dem Gletscher vorbei.
Die Sella Rondo besteht aus den 4 Pässen Sella, Grödnerjoch,Campolongo und dem Pordoi . Man fährt dabei einmal um den Sellabergstock rum.

    Elsbeth · 14. März 2016 um 13:21

    Hallo Ulrich,
    danke für den Hinweis. Eigentlich bin ich bei meinen Tourenbeschreibungen immer sehr kritisch und habe die Karten und Tourdaten neben mir liegen. Aber anscheinend habe ich meine Hausaufgaben dieses Mal nicht richtig gemacht :-). Deinen Hinweis werde ich in Kürze in unseren Bericht einarbeiten. Nochmals vielen Dank. LG Marion

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