Ein Kurzbericht über diese Tour, musste lesen…

Ich glaube, die Situation kennt Ihr: Die bessere Hälfte  kriegt im August 2010 ein neues Motorrad  (Ducati Multistrada 1200) und die erste Frage, die er stellt, ist: „Meinste, die ist tourentauglich?“. Woher soll ich das denn wissen, also blieb mir in dem Moment nichts anderes übrig, als zu antworten: „Keine Ahnung, hole Dir ein paar Tage frei und teste es aus!“  Das ließ sich mein Schatz nicht zweimal sagen und sofort kamen die nächsten Fragen: 1. wohin und 2. fährst Du mit und wenn ja, mit meiner oder mit deiner Maschine? Klar, dass wir mit zwei Motorrädern fuhren. War nur noch die Frage nach dem „Wohin“ zu klären. Hab dann mal im GS-Forum für Tourenvorschläge für ein verlängertes Wochenende nachgefragt. Die Vorschläge ließen nicht lange auf sich warten: Ardennen, Sauerland, Harz, Elsaß/Schwarzwald, Bayrischer Wald. Wir hatten jetzt natürlich wieder die Qual der Wahl. Kurzerhand entschlossen wir uns daher, an den Bodensee zu fahren. Mein Schatz hat sich daraufhin sämtliche Tourenvorschläge vom Tourenfahrer, Motorrad und Reisen und von der Zeitschrift „Motorrad“ angesehen. Aber irgendwie war das alles nicht das, was er gesucht hatte. Aus diesem Grunde  hat er sich mit Hilfe der Software „Motorrad-Tourenplaner 2008/2009“, die es zwar noch zu kaufen gibt aber leider nicht mehr aktualisiert wird, aus allen Tourenvorschlägen eine eigene Tour zusammengestellt. Start und Ziel war das kleine Örtchen Isny.

Viele werden sich jetzt sicherlich fragen, wo liegt das denn? Wir verraten es Euch: Isny liegt im schönen Allgäu und ist ein idealer Ort  für Kur, Erholung und Freizeit. Es ist einer der sonnenreichsten Städte Deutschlands und es herrscht dort weitgehend nebelfreies Reizklima mit hoher Luftreinheit.  Absolut sehenswert ist die Altstadt mit ihrer historischen Stadtmauer und dem umliegenden Erholungspark. In der Nähe liegen die Erholungsorte Rohrdorf und Beuren. Von Isny aus kommt man relativ schnell zum Bodensee oder zum Vorarlberg.

Jetzt war nur noch die Suche nach einem schönen Ausgangshotel. In Isny selbst haben wir im Internet keines entdeckt, aber in Maierhöfen, einem Nachbarort von Isny, sind wir fündig geworden. Das „Landhotel zur Grenze“ stellte sich dabei im Nachhinein als  wahre Perle heraus – preiswert, erstklassiges Essen und so was von urgemütlich.

Das passende Wochenende war auch schnell gefunden und schon ging es Freitags in aller Herrgottsfrüh (4 Uhr) los. Da wir absolute Gegner von „Autobahns“ sind, fuhren wir über landschaftlich schöne und teilweise äußerst kurvenreiche Strecken runter bis nach Maierhöfen. Unter Berücksichtigung von Tankstopps und Kaffeepausen kamen wir nach ca. 8 Stunden  wohlbehalten und teilweise völlig erschöpft  (kein Wunder bei gefühlten 38 Grad Außentemperatur) am Hotel an, wo man uns sogleich eine  kostenlose Garage für die zwei Motorräder zur Verfügung stellte.  Nachdem wir das Gepäck abgeladen hatten, ging es zu einer kleinen Stippvisite  nach Isny. Wie schön dieser kleine Ort ist, könnt Ihr bzw. konntet Ihr bereits den Bildern entnehmen.

Am nächsten Tag begann dann unsere kleine, zweitägige Tour, die eine Gesamtlänge von 535 km umfasste. Sie führte u.a. über das kleine und große Walsertal, dem Bregenzer Wald, sowie weitere Teile des Allgäus. Übernachtet wurde am zweiten Tag im Hotel Post in Strengen am Arlberg, bei dem die Motorräder in einem Zelt Unterschlupf fanden (äußerst originell zwischen Gartenmöbeln) . Bei der Tour wurden wieder einige Pässe „mitgenommen“, auf denen dann die üblichen „Passfotos“ entstanden. Selbstverständlich wurde auch der Silvretta Hochalpenstraße ein Besuch abgestattet.

Außerdem mussten wir mal wieder erleben, wie klein die Welt doch ist. Stehen wir beide hinter einander an einer Baustellenampel auf dem Weg zum Furkajoch, als neben mir eine R 1200 GS anhält.  Der Fahrer grinste mich nur an, sagte hallo und fragte in einem Atemzug: „Sach mal, ist das da vorne dein Mann, der vorher eine BMW hatte?“. Als ich verdutzt bejahte, meinte er nur „den muss ich dringend was fragen“ und schwupps, wech war er. Als die Ampel dann wieder auf grün sprang, verschwand er genauso schnell wie er gekommen war.  Mein Mann meinte später nur „Wer war das denn?“. Nach langem Grübeln kam ich dann zu dem Ergebnis, dass das nur einer aus meinem GS-Forum sein konnte. Er hat sich aber bis heute nicht bei mir geoutet.

Die letzte Übernachtung fand dann wieder in unserem Ausgangshotel in Maierhöfen statt. Am 4. und letzten Tag erfolgte die Rückfahrt  über die schönen Straßen des Süd- und Nordschwarzwaldes, vorbei am Schluchsee und anschließend über Landstraßen zurück nach Hause. Unterwegs bei Karlsruhe hat es uns dann doch noch erwischt – wir kriegten ne halbe Stunde lang gehörig den „Bobbes“ gewaschen – aber besser auf der Rückfahrt als auf der Tour.

Unseren zwei Maschinen wurde einiges abverlangt – teils Schotterpisten (oh, wie ich die hasse), teils hatten wir mit Schlammlawinen zu kämpfen. In der Breitbachklamm hatte es Tags zuvor ein gehöriges Unwetter gegeben. Die Wassermassen, die dabei runter gingen, verursachten einen Erdrutsch, der auf dem Weg ins Tal alles mit Schlamm und Geröll unter sich begrub. Eigentlich wollten wir hier einen Wasserfall aufsuchen, aber oben angekommen, verhinderten riesige Gerätschaften die Weiterfahrt. Umdrehen war daher angesagt. Ganz schön glitschig – aber was uns nicht umbringt, macht uns nur noch härter.

Insgesamt  wurden in 4 Tagen 1.657 km abgespult und bis auf den kurzen Regenschauer bei der Heimfahrt, hatten wir Bombenwetter, mitunter schon zu heiß.

Hier unsere Tour im kurzen Überblick:

Isny- Oberstaufen-Hittisau-Egg-Bizau/Schönenbach-Schnepfegg-Bregenzerwaldstrasse-Au-Damüls-Innerlaterns-Wengen-Zwischenwasser-Furkajoch (1761)- Rankweil / Übersaxen-Satteins/Röns-Thüringen-Voralbergstrasse-Bludenz/Nüziders-Schruns-St. Anton im Montafon-Panoramastrasse-Sankt Gallenkirch-Silvretta Stausee-Bielerhöhe (2036) – Silvretta-Hochalpenstrasse-Galtür / Wirl-Ischgl-Pians-Strengen-St. Anton am Arlberg-Albergpass (1793)-Flexenpass (1773) – Stuben-Lech-Warth-Hochtannbergpass (1679)-Au-Damüls-Fontanella-Faschinajoch (1486) – Faschina-Thüringen-Satteins-Rankweil-Klaus-Götzis-Hohenems-Dornbirn-Bödele-Stüben-Hag-Schwarzenberg-Hittisau-Balderschwang-Riedbergpass (1420)-Fischen-Breitachklamm-zurück Richtung Baad-Sonthofen-Immenstadt-Isny.


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